Forschung, Entwicklung, Innovation

Die Aufwendungen für Forschung und Entwicklung des Konzerns beliefen sich im 2. Quartal 2017 auf 1.165 Mio. € (wb. +3,0 %). Davon entfielen 1.097 Mio. € auf die Life-Science-Bereiche (wb. +2,6 %).

Angaben zu Forschung und Entwicklung

 

 

F&E-Kosten

 

Um Sondereinflüsse bereinigte F&E-Kosten

 

 

Q2 2016

Q2 2017

Verän­derung

 

H1 2016

H1 2017

Verän­derung

 

Q2 2016

Q2 2017

Verän­derung

 

H1 2016

H1 2017

Verän­derung

 

 

in Mio €

in Mio €

wb. in %

 

in Mio €

in Mio €

wb. in %

 

in Mio €

in Mio €

wb. in %

 

in Mio €

in Mio €

wb. in %

Pharmaceuticals

 

679

707

3,5

 

1.379

1.419

1,9

 

679

638

−6,6

 

1.346

1.317

−3,1

Consumer Health

 

71

65

−8,6

 

129

124

−5,5

 

60

59

−3,3

 

116

116

−2,1

Crop Science

 

272

275

−0,4

 

533

558

2,6

 

265

273

1,5

 

526

555

3,5

Animal Health

 

34

38

10,3

 

64

71

9,2

 

34

38

10,3

 

64

71

9,2

Überleitung

 

4

12

.

 

0

19

.

 

4

12

.

 

0

19

.

Summe Life Sciences

 

1.060

1.097

2,6

 

2.105

2.191

2,8

 

1.042

1.020

−3,0

 

2.052

2.078

.

Covestro

 

62

68

9,7

 

126

132

4,0

 

62

68

9,7

 

126

132

4,0

Summe Konzern

 

1.122

1.165

3,0

 

2.231

2.323

2,8

 

1.104

1.088

−2,4

 

2.178

2.210

0,2

Pharmaceuticals

Mit mehreren Arzneimittelkandidaten aus unserer Forschungs- und Entwicklungspipeline führen wir klinische Studien durch.

Die wichtigsten Arzneimittelkandidaten der klinischen Prüfungsphase II sind:

Forschungs- und Entwicklungsprojekte (Phase II)1

Indikation

Krebs

Herzinsuffizienz

Periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK)

Prävention von Thrombosen2

Rezidivierendes / resistentes diffuses großzelliges B-Zell-Lymphom

Renale Anämie

Chronische Herzinsuffizienz

Schwere Augenerkrankungen3

Brustkrebs mit Knochenmetastasen

Krebs, verschiedene Studien

Krebs

Diffuse systemische Sklerose

Zystische Fibrose

Endometriose

1 Stand: 03. Juli 2017
2 Durchgeführt von Ionis Pharmaceuticals, Inc.
3 Durchgeführt von Regeneron Pharmaceuticals, Inc.
Das Wesen der Arzneimittelforschung und -entwicklung bedingt, dass nicht alle Wirkstoffe das jeweils festgelegte Projektziel erreichen werden. Es besteht die Möglichkeit, dass einige oder alle der hier aufgeführten Projekte aufgrund wissenschaftlicher und / oder wirtschaftlicher Erwägungen abgebrochen werden und somit nicht zu einem marktfähigen Produkt führen. Zudem ist es möglich, dass die für diese Wirkstoffe erforderliche Zulassung als Arzneimittel durch die Food and Drug Administration (FDA), die European Medicines Agency (EMA) oder eine andere Zulassungsbehörde nicht erteilt wird. Darüber hinaus überprüfen wir unsere Forschungs- und Entwicklungspipeline regelmäßig, um die aussichtsreichsten Pharmaceuticals-Projekte mit Priorität voranzutreiben.

Basierend auf den Ergebnissen der von Janssen Research & Development, LLC, durchgeführten GEMINI-Studie, die Rivaroxaban (Handelsname: Xarelto™) in Verbindung mit einer antithrombozytären Einzeltherapie (SAPT) zur Sekundärprophylaxe des akuten Koronarsyndroms (ACS) untersuchte, wurde die Entscheidung getroffen, die Entwicklung von Rivaroxaban in dieser Indikation nicht weiter zu verfolgen.

Die wichtigsten Arzneimittelkandidaten der klinischen Prüfungsphase III sind:

Forschungs- und Entwicklungsprojekte (Phase III)1

Indikation

Lungeninfektionen

Bronchiektasen, die nicht durch eine Mukoviszidose bedingt sind (Non-CF-Bronchiektasen)

Verschiedene Arten von Non Hodgkin's Lymphomen (NHL)

Hämophilie A

Kastrationsresistentes, nicht metastasiertes Prostatakarzinom

Metastasiertes hormonsensitives Prostatakarzinom

Diabetische Nierenerkrankung

Kombinationsbehandlung von kastrationsresistentem Prostatakrebs

Darmkrebs, adjuvante Therapie

Prävention schwerer kardialer Ereignisse (MACE)

Anti-Koagulation in Patienten mit chronischem Herzversagen2

VTE-Prävention bei Hochrisikopatienten nach der Entlassung aus dem Krankenhaus2

Embolische Schlaganfälle unklarer Ursache

Periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK)

Lungeninfektionen

Chronische Herzinsuffizienz3

Symptomatische Gebärmuttermyome

1 Stand: 03. Juli 2017
2 Durchgeführt von Janssen Research & Development, LLC
3 Durchgeführt von Merck & Co., Inc., USA
Das Wesen der Arzneimittelforschung und -entwicklung bedingt, dass nicht alle Wirkstoffe das jeweils festgelegte Projektziel erreichen werden. Es besteht die Möglichkeit, dass einige oder alle der hier aufgeführten Projekte aufgrund wissenschaftlicher und / oder wirtschaftlicher Erwägungen abgebrochen werden und somit nicht zu einem marktfähigen Produkt führen. Zudem ist es möglich, dass die für diese Wirkstoffe erforderliche Zulassung als Arzneimittel durch die Food and Drug Administration (FDA), die European Medicines Agency (EMA) oder eine andere Zulassungsbehörde nicht erteilt wird. Darüber hinaus überprüfen wir unsere Forschungs- und Entwicklungspipeline regelmäßig, um die aussichtsreichsten Pharmaceuticals-Projekte mit Priorität voranzutreiben.

Im Juli 2017 startete Bayer das klinische Phase-III-Studienprogramm ASTEROID, das den Entwicklungskandidaten Vilaprisan bei Frauen mit symptomatischen Gebärmuttermyomen untersucht. Vilaprisan ist ein neuartiger oral einzunehmender und selektiver Progesteron-Rezeptormodulator aus der Bayer-Forschung, der eine Langzeitbehandlung von Gebärmuttermyomen ermöglichen soll.

Die wichtigsten noch im Zulassungsprozess befindlichen Arzneimittelkandidaten sind:

Wesentliche Einreichungen1

Indikation

USA: Rezidivierendes / resistentes Non Hodgkin‘s Lymphom (NHL)

Europa: Zweitlinienbehandlung bei inoperablem Leberkrebs

Europa, USA: Langzeitprävention venöser Thromboembolien

USA, Sekundärprophylaxe des akuten Koronarsyndroms (ACS), Rivaroxaban in Verbindung mit dualer antithrombozytärer Therapie (DAPT), ATLAS-Studie

1 Stand: 03. Juli 2017

2 Eingereicht von Janssen Research & Development, LLC

Im April 2017 reichten Bayer und sein Entwicklungspartner Janssen Research & Development für den oralen Faktor-Xa-Inhibitor Rivaroxaban (Handelsname: Xarelto™), basierend auf der EINSTEIN-CHOICE-Studie, eine weitere Dosierungsoption als Indikationserweiterung bei der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde Food and Drug Administration (FDA) ein. Die neue Dosierung von einmal täglich 10 mg Rivaroxaban soll die bisherige Therapie mit einmal täglich 20 mg ergänzen und als Antikoagulationstherapie nach mindestens sechs Monaten Standardtherapie mit gerinnungshemmenden Medikamenten das Risiko einer erneut auftretenden venösen Thromboembolie reduzieren.

Im Mai 2017 gewährte die US-amerikanische Gesundheitsbehörde FDA im Zulassungsverfahren für den Entwicklungskandidaten Copanlisib auf Basis der im 1. Quartal 2017 präsentierten Phase-II–Daten den Status der vorrangigen Prüfung („Priority Review“). Die Substanz wird zur Behandlung bei rezidivierten oder refraktären follikulären Lymphomen geprüft.

Im April und Juni 2017 erhielt Bayer für seinen oralen Multi-Kinase-Inhibitor Stivarga™ (Wirkstoff: Regorafenib) von der US-amerikanischen Gesundheitsbehörde FDA und von der japanischen Gesundheitsbehörde MHLW (Ministry of Health, Labour and Welfare) Zulassungen für die Zweitlinien-Behandlung von Patienten mit Leberzellkarzinom (hepatocellular cancer), die zuvor mit Nexavar™ (Wirkstoff: Sorafenib) behandelt worden waren. Stivarga™ ist das erste Medikament überhaupt, das eine signifikante Verbesserung des Gesamtüberlebens in der Zweitlinienbehandlung von Patienten mit Leberzellkarzinom zeigen konnte.

Im Juni 2017 erhielt Bayer für sein Krebsmedikament Stivarga™ (Wirkstoff: Regorafenib) vom europäischen Ausschuss für Humanarzneimittel (Committee for Medicinal Products for Human Use) die Empfehlung zur Zulassung für die Behandlung von erwachsenen Patienten mit hepatozellulärem Karzinom (hepatocellular carcinoma) in der Europäischen Union, die zuvor mit Nexavar™ (Wirkstoff: Sorafenib) behandelt worden waren. Die Entscheidung der Europäischen Kommission wird für das 3. Quartal 2017 erwartet.

Kooperationen

Am 6. April 2017 hat Bayer entschieden, sein Optionsrecht auf die weitere Entwicklung und Vermarktung von Wnt-Signalweg-Inhibitoren aus der Klasse der Biopharmazeutika im Rahmen der Zusammenarbeit von Bayer und OncoMed Pharmaceuticals Inc., USA, nicht auszuüben.

Crop Science

Im April 2017 erhielten wir die Zulassung für das biologische Nematizid BioAct™ Prime DC in Griechenland. Das neue Mittel ist für den Einsatz in einer Vielzahl von Obst- und Gemüsekulturen vorgesehen und wirkt gezielt gegen Eier und Larven von pflanzenschädigenden Nematoden. Die Markteinführung in Griechenland ist für 2017 vorgesehen. Weitere Zulassungen in europäischen Ländern sind angestrebt.

Im Juni 2017 haben Bayer und KWS SAAT SE, Deutschland, basierend auf der im Jahr 2012 gestarteten Forschungskooperation, eine langfristige Lizenz für ihr neues CONVISO™SMART-Anbausystem für Zuckerrüben an die belgische Firma SESVanderHave vergeben. Die Technologie beruht auf konventionell gezüchteten Zuckerrübensorten mit einer Toleranz gegenüber bestimmten Herbiziden und hilft das Unkrautmanagement zu erleichtern. Sie wird 2018 zunächst Landwirten vor allem in Ost- und Nordeuropa zur Verfügung stehen und soll in den Folgejahren unter anderem in Deutschland, Frankreich und Polen eingeführt werden.

Zudem haben wir im Juni 2017 einen zweijährigen Forschungsvertrag mit den Shanghai Institutes for Biological Sciences (SIBS) der Chinesischen Akademie der Wissenschaften (CAS) geschlossen. Die Vereinbarung zielt darauf ab, Weizenerträge mithilfe neuer mathematischer Modelle bzw. Computersimulationen für eine effizientere Photosynthese zu steigern. Die Verbesserung der Photosynthese gilt als vielversprechender Ansatz, um die Pflanzenproduktivität deutlich zu erhöhen.

Ebenfalls im Juni 2017 haben Bayer und die Sumitomo Chemical Company mit Sitz in Tokio, Japan, eine Vereinbarung über Fungizid-Mischungen zur Bekämpfung von Sojakrankheiten in Brasilien geschlossen. Durch die Kombination eines neuen Fungizids von Sumitomo Chemical mit etablierten Bayer-Fungiziden soll ein wirksames Mittel zur Bekämpfung weitverbreiteter Pflanzenkrankheiten wie Sojarost entwickelt werden. Beide Unternehmen werden ihre Produktregistrierungsanträge voraussichtlich Ende 2017 stellen.

Covestro

Covestro hat gemeinsam mit Partnern ein neues Verfahren zur Herstellung der in der Kunststoffproduktion benötigten Grundchemikalie Anilin auf Basis industriellen Zuckers entwickelt. Der erdölbasierte Rohstoff Benzol kann somit durch Biomasse ersetzt werden. Das im Labor erprobte Verfahren soll nun in eine größere Versuchsanlage mit dem Ziel überführt werden, Anilin auf Basis nachwachsender Rohstoffe im industriellen Maßstab herzustellen.